Was ist Ayurveda überhaupt?

Es handelt sich um eine mehrere tausend Jahre alte Wissenschaft, die fast alle medizinischen Disziplinen einbezieht oder zumindest tangiert.

Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit, einer der ältesten heute noch von Brahmanen und in Gelehrtenkreisen gebrauchten Hochsprache.

Ayu bedeutet Leben und Veda heißt Wissen.
Ayurveda ist somit die Wissenschaft vom Leben an sich und vom langen Leben im Besonderen. Die ältesten bekannten Ursprünge von Ayurveda liegen im alten Indien, wo es als ganzheitliches System bereits lange existierte, ehe es etwa 5.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung schriftlich niedergelegt wurde.

Ayurveda beschäftigt sich mit der Vorbeugung und der Heilung von Krankheit in ganzheitlicher Sicht.
Nicht Symptome werden bekämpft, sondern die Ursachen von Krankheit und deren Entstehung werden betrachtet.
Dies geschieht auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene.

Der Vorbeugung von Krankheit ist breiter Raum gewidmet.

Neben rein medizinischen Präparaten, die nur von ausgebildeten Ärzten verordnet werden dürfen, gibt es empfehlenswerte Produkte für viele Belange des täglichen Bedarfs, die aus ayurvedischer Sicht den Anforderungen an natürliche, verträgliche, schonende und ökologisch unbedenkliche Kriterien gerecht werden.

Zum Teil sind solche Produkte sogar auf die unterschiedlichen Konstitutionstypen, Ayurveda unterscheidet zwischen Vata, Pitta und Kapha, zugeschnitten.

Die nachfolgenden Ausführungen zu einigen grundlegenden Aspekten sollen die Komplexität, die Systematik und die ganzheitliche Betrachtungsweise des Ayurveda verdeutlichen.
Gerade in der heutigen Zeit entdecken immer mehr Menschen die Vorzüge dieser uralten wissenschaftlichen Disziplin.

Zur Aussprache der Sanskrit Wörter
Abbildung: Bhagavad-Gita, Kapitel 5, Vers 16


Die Vokale â, î, û sowie e, o, ai, au sind stets lang. Die Konsonanten werden wie folgt gesprochen

Das h im Sanskrit bh, ch, dh, gh,jh,kh, ph, th ist als ein deutlich hörbarer Hauchlaut zu sprechen wie z.B. Buddha [Budd-ha].

Die Betonung richtet sich nach der Quantität der Vokale. Der Ton wird soweit als möglich zurückgezogen, und zwar bis zur drittletzten Silbe, wenn die vorletzte kurz ist (z.B. Váruna, Sarásvatî, Shánkara); ist die vorletzte Silbe von Natur oder durch Position, d.h. durch folgende Doppelkonsonanz lang, so trägt sie den Ton (z.B. Kâlidâsa, Govínda).


Das Symbol der Lotusblume

Die Lotusblüte symbolisiert seit alters her den Weg vom materiellen, dunklen, unbewußten Zustand durch die un- und halbbewußten Seelenzustände hin zum
bewußten lichtvollen geisterfüllten Seinszustand.
Im Ayurveda symbolisiert die Lotusblume außerdem seine acht verschiedenen Disziplinen, nämlich:

1. Kaya Cikitsa, die innere Medizin
2. Salya Tantra, die Chirurgie
3. Salakya Tantra, die Hals-, Nasen-, Ohren-, Augen-, Kiefer- und
Zahnheilkunde
4. Agada Tantra, die Toxikologie, die Lehre von den Vergiftungen
5. Bhuta Vidya, die Psychiatrie
6. Bala Tantra die Kinder- und Frauenheilkunde
7. Rasayana Tantra, die Geriatrie, die Lehre von den Alterskrankheiten
8. Vajikarana Tantra, die Sexualkunde

Abbildung: Buddha auf dem Lotuskissen, Sri Lanka


Ayurveda - ein Geschenk der Götter


Der Überlieferung nach wurde der Ayurveda vor vielen tausend Jahren von Sri Bhagavan Dhanvantari, einer Inkarnation Krishnas der Menschheit offenbart, ist also göttlichen Ursprungs.

Auch in der Bhagavad-gita (6.16-17) spricht Sri Krishna:
''O Arjuna, es ist nicht möglich, ein yogi zu werden, wenn man zuviel ißt oder zuwenig ißt, wenn man zuviel schläft oder zuwenig schläft. Wer in seinen Gewohnheiten des Essens, Schlafens, der Erholung und des Arbeitens maßvoll ist, kann durch die Ausübung des yoga-Systems alle materiellen Leiden lindern.''

Abbildung: Krishna Bhagavad-Gita Wie sie ist
A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada,
The Bhaktivedanta Book Trust

Texte zur Medizin finden sich bereits im circa viertausendfünfhundert Jahre alten Rig Veda sowie im jüngeren, etwa dreitausendzweihundert Jahre alten Atharva Veda.
Bevor diese Aufzeichnungen stattfanden, wurden ihre Inhalte über lange Zeiträume hinweg mündlich vom Lehrer an die Schüler weitergegeben, die dieses Wissen auswendig lernen mußten.

Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung existierte im Panjab eine blühende medizinische Hochschule, die Universität von Taxila.
Einer der Professoren namens Caraka, der im 2. Jhdt. unserer Zeitrechnung dort lehrte, verfaßte einen grundlegenden medizinischen Text, der später überarbeitet wurde, aber als Caraka Samhita erhalten blieb.
Sushruta, ein weiterer der drei zu den großen Klassikern zählenden Ärzte schuf im 3. Jhdt. unserer Zeitrechnung ebenso bedeutende Werke wie Vâgbhata, der im 7. Jhdt. unserer Zeitrechnung lebte.


Caraka gibt schon dem angehenden Arzt Empfehlungen,
wie er seinen Beruf erlernen soll:


''Ein verständiger Mann, welcher Arzt werden will, muß sich darüber klar sein, ob seine Verhältnisse, der zu erwartende Erfolg, seine Beweggründe dabei, Zeit und Ort sich eignen, und dann zuerst nach einem Lehrsystem sich umsehen. Denn es sind mancherlei ärztliche Lehrsysteme im Umlauf. Dasjenige wähle er, von welchem er sieht, daß es von bedeutenden, angesehenen und verständigen Männern benutzt, inhaltsreich, von Sachkundigen empfohlen, der Fassungskraft der drei Arten von Schülern angemessen ist, nicht an Wiederholungen leidet, Lehrsätze, Erklärung und Übersichten in richtiger Folge gibt, bei der Sache bleibt, nicht verfehlt oder unschön im Ausdruck, reich in seiner Terminologie und methodisch ist, Begriffe fest bestimmt, Dann sieht er sich nach einem Lehrer um, dessen Lehre lauter und dessen praktisches Geschick erprobt ist, der gescheit, gewandt, rechtlich, unbescholten ist, seine Hand zu regieren weiß, die nötigen Hilfsmittel und alle Sinne hat, vertraut mit den normalen Zuständen und dem Verfahren, von echtem Wissen, ungeziert, nicht unfreundlich und aufbrausend, geduldig, liebreich gegen Schüler ist und Lehrgabe hat.
Zusammengehöriges verbindet, die Hauptstücke nicht vermengt, leichtfaßlich ist, Definitionen und Beispiele gibt. Denn ein solches Lehrsystem zerstreut wie die klare Sonne das Dunkel und macht alles Licht.
Abbildung: Das Rad der Lehre, Tibet
Ein Mann von diesen Eigenschaften ist ein Meister. Wie die rechtzeitige Wolke den guten Acker mit Frucht, so stattet er in kurzem den guten Schüler mit den Eigenschaften des Arztes aus.''
Caraka (III, 8) in Ind. Geisteswelt Bd. I, Helmuth von Glasenapp, Vollmer Verlag Wiesbaden


Vâgbhata erläutert die vier Faktoren
der Heilkunde mit ihren Eigenschaften:


''Arzt, Heilmittel, Pfleger und Kranker sind die vier Faktoren, und es werden ihnen für die Therapie je vier Eigenschaften zugeschrieben.
Der Arzt muß geschickt sein, seine Wissenschaft von einem würdigen Lehrer empfangen haben, praktische Ausbildung besitzen und lauter sein. Das Heilmittel soll mannigfache Gebrauchsweise besitzen, viele Eigenschaften haben, von guter Herkunft und anwendbar sein. Anhänglich, lauter, geschickt und intelligent sei der Pfleger, und der Kranke reich, dem Arzte ergeben, mitteilsam und von gutem Charakter.''
Vâgbhata in Ind. Geisteswelt Bd. I, Helmuth von Glasenapp, Vollmer Verlag Wiesbaden


Abbildung: Klassische Literatur
Mit der Sushruta Samhita ist uns eine klassische Abhandlung über Chirurgie überliefert, die der heutigen Praxis dieser Disziplin als Grundlage diente. Themen wie die Autopsie und die plastische Chirurgie führte Sushruta bis ins Detail aus. Die Methode des Richtens von Knochenbrüchen mit Hilfe von Nägeln vollkommnete er. Er entdeckte auch wichtige Punkte am Körper (marmas), die zu den lebenswichtigen Organen in Verbindung stehen. Zur Heilung von Blutkrankheiten entwickelte er eine spezielle Methode des Aderlasses.

Das Ziel des Ayurveda ist vollkommene Gesundheit.
Sushruta gibt hierfür eine präzise Definition:


''Ein Mensch ist gesund, dessen Physiologie, Gewebe und Ausscheidungen im Gleichgewicht sind und dessen Seele, Sinne und Geist sich dauerhaft im Zustand inneren Glücks befinden.''
Sushruta Samhita

Der Zustand des Gleichgewichts ist somit ganz entscheidend für die Gesundheit.
Zur Erhaltung dieses Gleichgewichts beschäftigt sich der Ayurveda ausführlich und umfassend mit den Konstitutionstypen, die auch als Naturen oder im Sanskrit als Doshas bezeichnet werden.


Die drei Doshas

Bereits das Eingangskapitel im Werk des großen Arztes Vâgbhata führt Grundsätzliches zu den drei Doshas aus:

''Wind, Galle und Schleim sind die drei Doshas insgesamt. In verändertem Zustand zerstören sie den Körper, unverändert lassen sie ihn fortbestehen. Trotzdem sie sich weiter ausbreiten können, haben sie den Raum unterhalb, zwischen und oberhalb von Herz und Nabel als Sitz. Am Ende, in der Mitte und am Anfang von Leben, Tag-und-Nacht und Mahlzeit treten sie der Reihe nach in Erscheinung. Durch sie wird das Verdauungsfeuer ungleichmäßig, scharf oder träge; halten sie sich aber das Gleichgewicht, so ist auch jenes gleichmäßig. Hart, weich oder mittelmäßig ist der Leib, mittelmäßig jedoch, wenn auch sie im Gleichgewicht sind.
Da sie in Samen und Blut sitzen, entstehen bei Beginn der Geburt, d.i. der Existenz, durch sie wie durch das Gift eines giftigen Insekts die drei Naturen, und zwar eine jede in schwacher, mittlerer, und starker Ausprägung; unter allen gilt die als die beste, bei der sich die Elemente, d.i. Doshas, das Gleichgewicht halten; minderwertig aber sind jene, die nur aus zwei Doshas entstehen.
Von den Doshas ist der Wind trocken, leicht, kalt, scharf, subtil und flüchtig, die Galle etwas fettig, scharf, heiß, leicht, muffig,flüssig und fließend, und klebrig, kalt, schwer, träge, glatt, glitschig und fest der Schleim.
Kombination und Zusammenwirken entstehen durch den Schwund oder das Aufwallen von zwei oder drei Doshas.
Chylus, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen bilden die sieben Körperelemente, diese können von den Doshas verdorben werden.''

Vâgbhata in Ind. Geisteswelt Bd. I, Helmuth von Glasenapp, Vollmer Verlag Wiesbaden

Wind, Galle und Schleim stehen hier für Vata, Pitta und Kapha.
Vata, der Wind oder beser als Körperwind bezeichnet, wird auch König der Doshas genannt, weil er die anderen regiert. Vata kommt am ehesten aus dem Gleichgewicht und zieht die beiden anderen Doshas nach.


Zum Körperwind führt Vâgbhata folgendes aus:

'' Wegen seiner Einteilung in >Einhauch< (prâna), >Aufhauch< (udâna), >Zwischenhauch (vyâna), >Allhauch< (samâna) und >Abhauch< (apâna) besitzt der Wind eine fünffache Natur.
Von diesen sitzt prâna im Kopf, er wandert in Brust und Hals, ist der Träger von Verstand, Herz, Sinnesorgan und Denken und führt Spucken, Niesen, Brechen, Ausatmen und die Zufuhr von Speisen aus. Die Brust ist der Sitz von udâna; er wandert in Nase, Nabel und Hals und zeigt in Stimmtätigkeit, Anstrengung bei einer Tätigkeit, Kraft, Stärke, Farbe und Gedächtnis seine Wirkung. Vyâna sitzt im Herzen, in großer Eile durchwandert er den ganzen Körper; alle Tätigkeit der Wesen wie Bewegung, Niederlegen und Aufrichten des Körpers, Öffnen und Schließen der Augen usw. sind durchweg an ihn gebunden. Samâna sitzt in der Nähe des Verdauungsfeuers (agni) und wandert allenthalben im Unterleib umher; er erfaßt die Speise, kocht, d.i. verdaut, scheidet sie und stößt sie wieder aus. Apâna sitzt im After und hat Hüfte, Blase, Harnröhre und Schenkel als Bereich; im Ausstoßen von Samen und Menstrualblut, Kot, Urin und Foetus zeigt sich seine Wirksamkeit.''

Vâgbhata in Ind. Geisteswelt Bd. I, Helmuth von Glasenapp, Vollmer Verlag Wiesbaden


Die Elemente der Tri Doshas

Aus den lautlosen, subtilen Schwingungen des kosmischen Urklanges Aum bildete sich zuerst das Element Äther, aus dessen subtilen Bewegungen wiederum das Element Luft entstand. Ebenfalls aus dem Element Äther bildete sich aufgrund der durch seine Bewegung erzeugten Reibungshitze das Element Feuer. Das Element Wasser entstand dann wegen der Verflüssigung ätherischer Teilchen durch Hitzeeinwirkung. Das Wasser wiederum verfestigte sich zum Element Erde.


Abbildung: Symbole der 3 Doshas
Diese fünf Elemente sind in aller Materie in verschiedener Ausprägung und Verteilung enthalten, aber nur die lebende Materie besitzt die drei Kräfte, welche die gesamten biologischen Abläufe regeln, nämlich Vata, Pitta und Kapha.

Vata entsteht aus Äther und Luft, Pitta aus Feuer und Wasser, Kapha aus Wasser und Erde.

''Von den einfachsten Aktivitäten der Zellaktivität bis zu den kompliziertesten Funktionen des Körpers, die Tri Doshas ermöglichen und kontrollieren alles. Sie sind stets nur gemeinsam wahrnehmbar und treten nie einzeln auf. Ihr Zusammenspiel, ihre Ausgewogenheit oder ihre Disharmonie ergeben in der Qualität ihrer Summe den objektiven Zustand eines Wesens.
Ein harmonisches, ausgeglichenes Verhältnis der drei bioenergetischen Prinzipien ist das Merkmal von Wohlbefinden und körperlicher Gesundheit. Jedes Ungleichgewicht - und die Balance ist sehr labil - macht sich in den verschiedensten Symptomen bemerkbar.
Die Tri Doshas, innere Prinzipien des lebenden Körpers, werden durch äußere Faktoren, durch Sinneseinflüsse und Nahrung beeinflußt. Das bedeutet, daß auch die Therapie die Ausgewogenheit der drei Kräfte im Körper mit Nahrung im weitesten Sinn wiederherstellen kann.''
Birgit Heyn, Die sanfte Kraft der ind. Naturheilkunst, Goldmann Verlag

''Ein ausgeglichener Zustand unter den Doshas ist Grundvoraussetzung für Gesundheit. Zum Beispiel nährt das Luftprinzip das Feuer im Körper, aber das Wasser ist notwendig, um das Feuer zu beherrschen, das ansonsten das Gewebe verbrennen würde. Vata bewegt Kapha und Pitta, da Kapha und Pitta unbeweglich sind. Gemeinsam regeln die Tri Doshas alle Stoffwechseltätigkeiten:
Anabolismus (Kapha), Katabolismus (Vata) und Metabolismus (Pitta).
Gerät Vata aus dem Gleichgewicht, wird eine Stoffwechselstörung mit einem übermäßigen Katabolismus, einer Zunahme der Abbauvorgänge oder der Verfallsprozesse im Körper, die Folge sein. Wenn die anabolen Vorgänge die katabolen überwiegen, ist eine Beschleunigung des Wachstums und der Regeneration der Organe und Gewebe die Folge.
Ein Übermaß an Pitta stört den Stoffwechsel, ein Übermaß an Kapha beschleunigt die anabolen Vorgänge und ein Zuviel an Vata führt zur Abmagerung (erhöhter Katabolismus).''

Vasant Lad, Das Ayurveda Heilbuch, Windpferd Verlag

Allgemein werden sieben Konstitutionstypen gemäß Dosha Verteilung unterschieden:

Je nach prozentualer Verteilung der Dosha-Anteile gibt es eine große Anzahl weiterer Varianten.


Funktionen und Eigenschaften der Tri Doshas

Die folgenden Aufstellungen sind dem Buch von Vasant Lad entnommen mit dem Titel
''Das Ayurveda Heilbuch'' aus der Edition Schangrila:

Die Funktionen

Die Eigenschaften

Tri Dosha Wirkungsrhythmen

"Jeder Mensch ist der einmalige Ausdruck eines raumzeitlich und erkenntnismäßig
höchst individuell abgestimmten Prozesses des Kosmos."
Caraka Samhita

Um sich diesem von Caraka so genannten Prozess des Kosmos intellektuell nähern zu können, ist es äußerst nützlich sich mit den Wirkungsrhythmen der Tri Doshas intensiv zu beschäftigen und diese Rhythmen stets zu berücksichtigen.

Zwei der wichtigsten und zugleich am einfachsten zu erfassenden Rhythmen seien an dieser Stelle genannt:

Der 24 Stunden Rhythmus

    02.00 - 06.00 Uhr Vata-Zeit

    06.00 - 10.00 Uhr Kapha-Zeit

    10.00 - 14.00 Uhr Pitta-Zeit

    14.00 - 18.00 Uhr Vata-Zeit

    18.00 - 22.00 Uhr Kapha-Zeit

    22.00 - 02.00 Uhr Pitta-Zeit


Quelle: Maharishi Ayur-Veda

Der jahreszeitliche Rhythmus



Die Ernährung

Jeder Aspekt des täglichen Lebens sollte der individuellen Konstitution entsprechen.
Ganz besonders wichtig ist hierbei die Ernährung, welche das Gleichgewicht der Doshas direkt beeinflußt. Nahrungsmittel dienen der Erhaltung und der Wiederherstellung der Gesundheit.

Jedes Nahrungsmittel hat seine ganz speziellen individuellen Eigenschaften, die den Doshas zu- oder abträglich sein können.

"Dabei muß der Geschmack der einzelnen Nahrungsmittel (süß, sauer, salzig, scharf, bitter oder zusammenziehend) in Erwägung gezogen werden und ebenfalls geklärt werden, ob es sich um schwere oder leichte Nahrungsmittel, um solche, die Hitze oder Kälte erzeugen, handelt, oder um ölige, trockene, flüssige oder feste. Bei der Gestaltung der Ernährungsweise müssen die Jahreszeiten ebenfalls berücksichtigt werden.
Die nachfolgende Tabelle ist eine Auflistung der Nahrungsmittel, die den einzelnen Konstitutionstypen schaden oder förderlich sind.

Nahrungsmittel-Richtlinien für Konstitutionsgrundtypen

Anmerkung: Diese Tabelle gibt allgemeine Richtlinien an. Spezifische Anpassungen an individuelle Gegebenheiten sind möglicherweise notwendig, wie z.B. beim Vorliegen einer Lebensmittelallergie. Aber auch die jeweilige Jahreszeit, der individuelle Zustand von Agni und das Ausmaß einer Störung oder das Vorherrschen eines Doshas müssen berücksichtigt werden.

Nein = Dosha störend
Ja = Dosha ausgleichend

Obst
Vata nein: Trockenfrüchte, Äpfel, Preiselbeeren, Birnen, Persimonen, Granatäpfel, Wassermelonen.
Vata ja: Süße Früchte, Aprikosen, Avokados, Bananen, Beerenobst, Kirschen, Kokosnuß, Feigen (frische), Grapefruit, Trauben, Zitronen, Mangos, Melonen (süße), Orangen, Papaya, Pfirsiche, Ananas, Pflaumen.

Pitta nein: Saure Früchte, Aprikosen, Beerenobst, Bananen, Kirschen, Preiselbeeren, Grapefruit, Trauben (grüne), Zitronen, Orangen (sauere), Papaya, Pfirsiche, Ananas (sauere), Persimonen, Pflaumen (sauere)
Pitta ja : Süße Früchte, Äpfel, Avokados, Kokosnuß, Feigen, Trauben (dunkle), Mangos, Melonen, Orangen (süße), Pflaumen (süße), Granatäpfel, Dörrpflaumen, Rosinen.

Kapha nein: Süße und sauere Früchte, Avokados, Bananen, Kokosnuß, Feigen (frische), Grapefruit, Trauben, Zitronen, Melonen, Orangen, Papaya, Ananas, Pflaumen
Kapha ja : Äpfel, Aprikosen, Beerenobst, Kirschen, Preiselbeeren, Feigen (trockene), Mangos, Pfirsiche, Birnen, Persimonen, Granatäpfel, Dörrpflaumen, Rosinen

Gemüse
Vata nein: Rohes Gemüse, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Blumenkohl, Stangensellerie, Aubergine, Blattgrün*, Salat*, Pilze, Zwiebel (roh), Petersilie*, Erbsen, Paprika, Kartoffeln (weiße), Spinat*, Sprossen*, Tomaten*
* diese Gemüsearten können in Maßen, mit Öl angemacht, gegessen werden
Vata ja : Gekochtes Gemüse, Spargel, Rote Bete, Karotten, Gurke, Knoblauch, Grüne Bohnen, Okra (gekocht), Zwiebel (gekocht), Kartoffel (süß), Rettich, Zucchini
Pitta nein: Scharfe Gemüsearten, Rote Bete, Karotten, Aubergine, Knoblauch, Zwiebel, Paprika (scharfe), Rettich, Spinat, Tomaten
Pitta ja : Süße und bittere Gemüsearten, Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Gurke, Blumenkohl, Stangensellerie, Grüne Bohnen, Blattgrün, Salat, Pilze, Okra, Erbsen, Petersilie, Paprika (grüne), Kartoffeln, Sprossen, Zucchini
Kapha nein: Süße und saftige Gemüsearten, Gurke, Kartoffeln (süße), Tomaten, Zucchini
Kapha ja : Scharfe und bittere Gemüsearten, Spargel, Rote Bete, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Stangensellerie, Aubergine, Knoblauch, Blattgrün, Salat, Pilze, Okra, Zwiebel, Petersilie, Erbsen, Paprika, Kartoffel (weiße), Rettiche, Spinat, Sprossen

Getreide

Vata nein: Gerste, Buchweizen,Mais, Hirse, Hafer (trocken), Roggen
Vata ja : Reis, Weizen

Pitta nein: Buchweizen, Mais, Hirse, Hafer (trocken), Reis (brauner), Roggen
Pitta ja : Gerste, Hafer (gekocht), Reis (Basmati), Reis (weißer), Weizen

Kapha nein: Hafer (gekocht), Reis (brauner), Reis (weißer),Weizen
Kapha ja : Gerste, Mais, Hirse, Hafer (trocken), Reis (Basmati in kleinen Mengen), Roggen


Tierische Produkte (Besser wäre es, hierauf zu verzichten)

Vata nein: Lamm, Schwein,Hase, Wild
Vata ja : Rind, Huhn oder Truthahn (weißes Fleisch), Eier (gebraten oder Rührei), Meeresfrüchte

Pitta nein: Rind, Eier (Eigelb), Lamm, Schwein, Meeresfrüchte
Pitta ja : Huhn oder Truthahn (weißes Fleisch), Eier (Eiweiß), Hase, Garnelen (kleine Mengen), Wild

Kapha nein: Rind, Lamm, Schwein, Meeresfrüchte
Kapha ja : Huhn oder Truthahn (dunkles Fleisch), Eier (Rührei, keine gebratenen Eier), Hase, Garnelen, Wild


Hülsenfrüchte

Vata : Keine Hülsenfrüchte außer Mung-Bohnen, Tofu, schwarze und rote Linsen
Pitta : Alle Hülsenfrüchte, außer Linsen
Kapha: Alle Hülsenfrüchte sind empfehlenswert, außer weiße Bohnen, Sojabohnen, schwarze Linsen und Mung-Bohnen


Nüsse

Vata : Alle Nüsse sind empfehlenswert in kleinen Mengen
Pitta : Keine Nüsse, außer Kokosnüsse
Kapha : Keine Nüsse

Samen

Vata : Alle Samen sind empfehlenswert in kleinen Mengen
Pitta : Keine Samen, außer Sonnenblumen- und Kürbissamen
Kapha : Keine Samen, außer Sonnenblumen- und Kürbissamen

Süssmittel

Vata : Alle Süßmittel, außer weißer Zucker
Pitta : Alle Süßmittel, außer Melasse und Honig
Kapha : Keine Süßmittel, außer roher Honig

Gewürze

Vata : Alle Gewürze sind zu empfehlen
Pitta : Keine Gewürze, außer Koriander, Zimt, Kardamon, Fenchel, Curcuma und
schwarzer Pfeffer in kleinen Mengen
Kapha : Alle Gewürze sind empfehlenswert, außer Salz

Milchprodukte

Vata : Alle Milchprodukte sind empfehlenswert (in Maßen)
Pitta nein : Buttermilch, Käse, Saure Sahne, Joghurt
Pitta ja : Butter (ungesalzen), Hüttenkäse, Ghee, Milch
Kapha : Keine Milchprodukte, außer Ghee und Ziegenmilch


Öle

Vata : Alle Öle sind empfehlenswert
Pitta nein : Mandelöl, Maisöl, Safranöl, Sesamöl
Pitta ja : Kokosöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl
Kapha : Keine Öle, außer Mandelöl, Maisöl oder Sonnenblumenöl in kleinen Mengen."

Quelle: Vasant Lad, Das Ayurweda Heilbuch, Windpferd Verlag


Behandlungsmethoden

Der Ayurveda beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Methoden zur Behandlung bzw. Regulierung von Dosha-Störungen und den daraus resultierenden Beschwerden und Krankheiten.


Abbildung: Shirodhara
Das Spektrum reicht von entsprechenden Diäten, Medikamenten, Panchakarma Therapie (die Fünffache), Abhyanga (sanfte Massage), Vishesh (Tiefenmassage), Garshan (kombinierte Öl- und Trockenmassage), Udvarthana (Massage mit gewebeaktivierenden Substanzen), Pizzichilli (sanfte Ganzkörpermassage unter fließend-warmem Öl), Svedana (Kräuterdampfbad), Basti (Einläufe mit reinigender, beruhigender oder nährender Wirkung), Shirodhara (warmer, kontinuierlicher Ölstrahl auf Stirn und Schläfen), Shirobasti (beruhigendes Einwirken eines Kräuterölbades auf den Kopf), Nasya (vitalisierende ausleitende Kopfbehandlung), Netra Tarpana ( Augenbehandlung), Fußmassage
(entspannende Massage mit Heilkräutern), Rasayana Therapie (Schönheit und Verjüngung), Marma Therapie (ähnlich Akupunktur bzw. Akupressur), Aroma Therapie, Yoga, Pranayama (Atemlenkung), Meditation, Mantra Therapie, Edelstein Therapie, Farb Therapie, Musik Therapie, architektonische Maßnahmen und anderes mehr.

Auch die Astrologie (Jyotish) kann für die Gesamtbetrachtung hinzugezogen werden.


Ayurvedisches Produktangebot

THE AYURVEDA SHOP GMBH bietet Produkte, die aus dem aufgezeigten Gesamtkomplex resultieren. Sie stellen nicht nur eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Produkten dar, sondern sind darüber hinaus geeignet, das Wohlbefinden zu erhalten.

Sollte es uns gelungen sein, für die Thematik als solche bei Ihnen Neugier oder Interesse zu wecken, so empfehlen wir Ihnen Ihr Wissen durch entsprechende Literatur zu erweitern. Bitte beachten Sie unser Angebot an Büchern, CDs und Videos.


Fernstudium

Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen unser Fernstudium an der Ayananda Ayurveda Academy. (www.ayananda.de)
Es wurde von Dr. Robert Svoboda B.A.M.S. am Ayurvedic Institute von Dr.Vasant Lad konzipiert und wird auch parallel zu uns von dort aus begleitet.



Wir freuen uns auf Sie!




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