Was ist Ayurveda überhaupt?
Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit, einer der ältesten heute noch von Brahmanen und in Gelehrtenkreisen gebrauchten Hochsprache.
Ayu bedeutet Leben und Veda heißt Wissen.
Ayurveda ist somit die Wissenschaft vom Leben an sich und vom langen Leben
im Besonderen. Die ältesten bekannten Ursprünge von Ayurveda liegen im alten Indien, wo es als ganzheitliches System bereits lange existierte, ehe es etwa 5.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung schriftlich niedergelegt wurde.
Ayurveda beschäftigt sich mit der Vorbeugung und der Heilung von Krankheit in ganzheitlicher Sicht.
Nicht Symptome werden bekämpft, sondern die Ursachen von Krankheit und deren Entstehung werden betrachtet.
Dies geschieht auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene.
Der Vorbeugung von Krankheit ist breiter Raum gewidmet.
Neben rein medizinischen Präparaten, die nur von ausgebildeten Ärzten verordnet werden dürfen, gibt es empfehlenswerte Produkte für viele Belange des täglichen Bedarfs, die aus ayurvedischer Sicht den Anforderungen an natürliche, verträgliche, schonende und ökologisch unbedenkliche Kriterien gerecht werden.
Zum Teil sind solche Produkte sogar auf die unterschiedlichen Konstitutionstypen, Ayurveda unterscheidet zwischen Vata, Pitta und Kapha, zugeschnitten.
| Zur Aussprache der Sanskrit Wörter | ![]() Abbildung: Bhagavad-Gita, Kapitel 5, Vers 16 |
Die Vokale â, î, û sowie e, o, ai,
au sind stets lang. Die Konsonanten werden wie folgt gesprochen
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Das Symbol der Lotusblume Die Lotusblüte symbolisiert seit alters her den Weg vom materiellen, dunklen, unbewußten Zustand durch die un- und halbbewußten Seelenzustände hin zum bewußten lichtvollen geisterfüllten Seinszustand. Im Ayurveda symbolisiert die Lotusblume außerdem seine acht verschiedenen Disziplinen, nämlich:
| ![]() Abbildung: Buddha auf dem Lotuskissen, Sri Lanka |
Ayurveda - ein Geschenk der Götter
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Der Überlieferung nach wurde der Ayurveda vor vielen tausend Jahren
von Sri Bhagavan Dhanvantari, einer Inkarnation Krishnas der Menschheit
offenbart, ist also göttlichen Ursprungs. Auch in der Bhagavad-gita (6.16-17) spricht Sri Krishna: ''O Arjuna, es ist nicht möglich, ein yogi zu werden, wenn man zuviel ißt oder zuwenig ißt, wenn man zuviel schläft oder zuwenig schläft. Wer in seinen Gewohnheiten des Essens, Schlafens, der Erholung und des Arbeitens maßvoll ist, kann durch die Ausübung des yoga-Systems alle materiellen Leiden lindern.'' Abbildung: Krishna Bhagavad-Gita Wie sie ist A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, The Bhaktivedanta Book Trust |
| Texte zur Medizin finden sich bereits im circa viertausendfünfhundert
Jahre alten Rig Veda sowie im jüngeren, etwa dreitausendzweihundert
Jahre alten Atharva Veda. Bevor diese Aufzeichnungen stattfanden, wurden ihre Inhalte über lange Zeiträume hinweg mündlich vom Lehrer an die Schüler weitergegeben, die dieses Wissen auswendig lernen mußten. Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung existierte im Panjab eine blühende medizinische Hochschule, die Universität von Taxila. Einer der Professoren namens Caraka, der im 2. Jhdt. unserer Zeitrechnung dort lehrte, verfaßte einen grundlegenden medizinischen Text, der später überarbeitet wurde, aber als Caraka Samhita erhalten blieb. Sushruta, ein weiterer der drei zu den großen Klassikern zählenden Ärzte schuf im 3. Jhdt. unserer Zeitrechnung ebenso bedeutende Werke wie Vâgbhata, der im 7. Jhdt. unserer Zeitrechnung lebte. |
| ''Ein verständiger Mann, welcher Arzt werden will, muß sich darüber klar sein, ob seine Verhältnisse, der zu erwartende Erfolg, seine Beweggründe dabei, Zeit und Ort sich eignen, und dann zuerst nach einem Lehrsystem sich umsehen. Denn es sind mancherlei ärztliche Lehrsysteme im Umlauf. Dasjenige wähle er, von welchem er sieht, daß es von bedeutenden, angesehenen und verständigen Männern benutzt, inhaltsreich, von Sachkundigen empfohlen, der Fassungskraft der drei Arten von Schülern angemessen ist, nicht an Wiederholungen leidet, Lehrsätze, Erklärung und Übersichten in richtiger Folge gibt, bei der Sache bleibt, nicht verfehlt oder unschön im Ausdruck, reich in seiner Terminologie und methodisch ist, Begriffe fest bestimmt, |
![]() | Dann sieht er sich nach einem Lehrer um, dessen Lehre lauter und dessen praktisches Geschick erprobt ist, der gescheit, gewandt, rechtlich, unbescholten ist, seine Hand zu regieren weiß, die nötigen Hilfsmittel und alle Sinne hat, vertraut mit den normalen Zuständen und dem Verfahren, von echtem Wissen, ungeziert, nicht unfreundlich und aufbrausend, geduldig, liebreich gegen Schüler ist und Lehrgabe hat. |
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Zusammengehöriges verbindet,
die Hauptstücke nicht vermengt, leichtfaßlich ist, Definitionen
und Beispiele gibt. Denn ein solches Lehrsystem zerstreut wie die klare
Sonne das Dunkel und macht alles Licht.
Abbildung: Das Rad der Lehre, Tibet |
Ein Mann von diesen Eigenschaften ist ein Meister. Wie die rechtzeitige
Wolke den guten Acker mit Frucht, so stattet er in kurzem den guten Schüler
mit den Eigenschaften des Arztes aus.'' Caraka (III, 8) in Ind. Geisteswelt Bd. I, Helmuth von Glasenapp, Vollmer Verlag Wiesbaden |
![]() Abbildung: Klassische Literatur | Mit der Sushruta Samhita ist uns eine klassische Abhandlung über Chirurgie überliefert, die der heutigen Praxis dieser Disziplin als Grundlage diente. Themen wie die Autopsie und die plastische Chirurgie führte Sushruta bis ins Detail aus. Die Methode des Richtens von Knochenbrüchen mit Hilfe von Nägeln vollkommnete er. Er entdeckte auch wichtige Punkte am Körper (marmas), die zu den lebenswichtigen Organen in Verbindung stehen. Zur Heilung von Blutkrankheiten entwickelte er eine spezielle Methode des Aderlasses. |
| Aus den lautlosen, subtilen Schwingungen des kosmischen Urklanges Aum bildete sich zuerst das Element Äther, aus dessen subtilen Bewegungen wiederum das Element Luft entstand. Ebenfalls aus dem Element Äther bildete sich aufgrund der durch seine Bewegung erzeugten Reibungshitze das Element Feuer. Das Element Wasser entstand dann wegen der Verflüssigung ätherischer Teilchen durch Hitzeeinwirkung. Das Wasser wiederum verfestigte sich zum Element Erde. |
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![]() Abbildung: Symbole der 3 Doshas |
Diese fünf Elemente sind in aller Materie in verschiedener Ausprägung
und Verteilung enthalten, aber nur die lebende Materie besitzt die drei
Kräfte, welche die gesamten biologischen Abläufe regeln, nämlich
Vata, Pitta und Kapha. Vata entsteht aus Äther und Luft, Pitta aus Feuer und Wasser, Kapha aus Wasser und Erde. |
| Vata Bewegung Atmung Natürliche Bedürfnisse Umwandlung der Gewebe Motorische Funktionen Sensorische Funktionen Nicht "Geerdetsein" Sekretionen Ausscheidungen Angst Leeregefühl Besorgtheit | Pitta Körperwärme Temperatur Verdauung Wahrnehmung Verständnis Hunger Durst Intelligenz Zorn Haß Eifersucht | Kapha Energie Stabilität Geschmeidigkeit Schmierung Öligkeit Vergebung Gier Verhaftung Ansammlung Festhalten Besitzgier |
| Vata trocken leicht kalt rauh subtil beweglich klar verteilend | Pitta ölig durchdringend heiß leicht beweglich flüssig saurer Geruch | Kapha schwer langsam kalt ölig schleimig dicht weich statisch |
Der 24 Stunden Rhythmus
06.00 - 10.00 Uhr Kapha-Zeit 10.00 - 14.00 Uhr Pitta-Zeit 14.00 - 18.00 Uhr Vata-Zeit 18.00 - 22.00 Uhr Kapha-Zeit 22.00 - 02.00 Uhr Pitta-Zeit |
![]() Quelle: Maharishi Ayur-Veda |
| Mitte Februar bis Mitte Juni | Kapha-Zeit | feuchtes, kaltes Wetter |
| Mitte Juni bis Mitte Oktober | Pitta-Zeit | heißes Wetter |
| Mitte Oktober bis Mitte Februar | Vata-Zeit | kaltes, windiges Wetter |
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Vata nein: Trockenfrüchte, Äpfel, Preiselbeeren, Birnen, Persimonen, Granatäpfel, Wassermelonen. Vata ja: Süße Früchte, Aprikosen, Avokados, Bananen, Beerenobst, Kirschen, Kokosnuß, Feigen (frische), Grapefruit, Trauben, Zitronen, Mangos, Melonen (süße), Orangen, Papaya, Pfirsiche, Ananas, Pflaumen. Pitta nein: Saure Früchte, Aprikosen, Beerenobst, Bananen, Kirschen, Preiselbeeren, Grapefruit, Trauben (grüne), Zitronen, Orangen (sauere), Papaya, Pfirsiche, Ananas (sauere), Persimonen, Pflaumen (sauere) Pitta ja : Süße Früchte, Äpfel, Avokados, Kokosnuß, Feigen, Trauben (dunkle), Mangos, Melonen, Orangen (süße), Pflaumen (süße), Granatäpfel, Dörrpflaumen, Rosinen. Kapha nein: Süße und sauere Früchte, Avokados, Bananen, Kokosnuß, Feigen (frische), Grapefruit, Trauben, Zitronen, Melonen, Orangen, Papaya, Ananas, Pflaumen Kapha ja : Äpfel, Aprikosen, Beerenobst, Kirschen, Preiselbeeren, Feigen (trockene), Mangos, Pfirsiche, Birnen, Persimonen, Granatäpfel, Dörrpflaumen, Rosinen |
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Vata nein: Rohes Gemüse, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Blumenkohl, Stangensellerie, Aubergine, Blattgrün*, Salat*, Pilze, Zwiebel (roh), Petersilie*, Erbsen, Paprika, Kartoffeln (weiße), Spinat*, Sprossen*, Tomaten* * diese Gemüsearten können in Maßen, mit Öl angemacht, gegessen werden Vata ja : Gekochtes Gemüse, Spargel, Rote Bete, Karotten, Gurke, Knoblauch, Grüne Bohnen, Okra (gekocht), Zwiebel (gekocht), Kartoffel (süß), Rettich, Zucchini Pitta nein: Scharfe Gemüsearten, Rote Bete, Karotten, Aubergine, Knoblauch, Zwiebel, Paprika (scharfe), Rettich, Spinat, Tomaten Pitta ja : Süße und bittere Gemüsearten, Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Gurke, Blumenkohl, Stangensellerie, Grüne Bohnen, Blattgrün, Salat, Pilze, Okra, Erbsen, Petersilie, Paprika (grüne), Kartoffeln, Sprossen, Zucchini Kapha nein: Süße und saftige Gemüsearten, Gurke, Kartoffeln (süße), Tomaten, Zucchini Kapha ja : Scharfe und bittere Gemüsearten, Spargel, Rote Bete, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Stangensellerie, Aubergine, Knoblauch, Blattgrün, Salat, Pilze, Okra, Zwiebel, Petersilie, Erbsen, Paprika, Kartoffel (weiße), Rettiche, Spinat, Sprossen |
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Vata : Alle Gewürze sind zu empfehlen Pitta : Keine Gewürze, außer Koriander, Zimt, Kardamon, Fenchel, Curcuma und schwarzer Pfeffer in kleinen Mengen Kapha : Alle Gewürze sind empfehlenswert, außer Salz |
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Vata : Alle Öle sind empfehlenswert Pitta nein : Mandelöl, Maisöl, Safranöl, Sesamöl Pitta ja : Kokosöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl Kapha : Keine Öle, außer Mandelöl, Maisöl oder Sonnenblumenöl in kleinen Mengen." Quelle: Vasant Lad, Das Ayurweda Heilbuch, Windpferd Verlag |
![]() Abbildung: Shirodhara |
Das Spektrum reicht von entsprechenden Diäten, Medikamenten, Panchakarma
Therapie (die Fünffache), Abhyanga (sanfte Massage), Vishesh (Tiefenmassage),
Garshan (kombinierte Öl- und Trockenmassage), Udvarthana (Massage
mit gewebeaktivierenden Substanzen), Pizzichilli (sanfte Ganzkörpermassage
unter fließend-warmem Öl), Svedana (Kräuterdampfbad), Basti
(Einläufe mit reinigender, beruhigender oder nährender Wirkung),
Shirodhara (warmer, kontinuierlicher Ölstrahl auf Stirn und Schläfen),
Shirobasti (beruhigendes Einwirken eines Kräuterölbades auf den
Kopf), Nasya (vitalisierende ausleitende Kopfbehandlung), Netra Tarpana
( Augenbehandlung), Fußmassage (entspannende Massage mit Heilkräutern), Rasayana Therapie (Schönheit und Verjüngung), Marma Therapie (ähnlich Akupunktur bzw. Akupressur), Aroma Therapie, Yoga, Pranayama (Atemlenkung), Meditation, Mantra Therapie, Edelstein Therapie, Farb Therapie, Musik Therapie, architektonische Maßnahmen und anderes mehr. |
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